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Ein ganz gewöhnlicher Jude

Ein ganz gewöhnlicher Jude

Ein Lehrer behandelt das Thema Judentum im Sozialkunde-Unterricht. Er schreibt an die jüdische Gemeinde, weil er gerne einen „jüdischen Mitbürger“ zu einem Besuch in seiner Klasse einladen möchte. Der Brief wird an den Journalisten Goldfarb weitergegeben, er ist jemand, der gerne Geschichten erzählt …

Goldfarbs Monolog beginnt mit der spontanen, heftigen Ablehnung dieser Einladung. In einem Antwort-Brief versucht er die Gründe darzulegen, warum er sich nicht „als ganz gewöhnlicher Jude“ vor einer Schulklasse „zeigen“ will. Er reagiert zunächst voller Abwehr, und polemisiert gegen die falsche political correctness, als die er das Ansinnen des Lehrers empfindet.

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

Während er Teile aus dem Brief des Lehrers vorliest, erzählt er eben doch seine Geschichte, die Familien-Geschichte eines ganz gewöhnlichen Juden aus und in Deutschland. Einige wenige Gegenstände sind die Erinnerungsträger, anhand derer sich erzählen lässt vom Holocaust, vom Überleben und vom Neuanfang, vom Versuch, das Judentum abzulegen, vom der Schwierigkeit als Vater seinen nichtjüdischen Sohn anzunehmen. Er erzählt über jüdische Gebräuche und Rituale, die ihm vertraut sind und fremd zugleich, und spricht – unvermeidlich – über sein Verhältnis zum Staate Israel.

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

„Ich bin nur Emanuel Goldfarb. Ein ganz gewöhnlicher Jude. Der mit seinem Projekt, ein ganz gewöhnlicher Deutscher zu werden, kläglich gescheitert ist … weil man nicht rauskommt aus seiner Rolle, nicht hier in Deutschland …“

Die Premiere fand am 7. Mai 2009 in der Probebühne der Studiobühne Köln statt.

Ein ganz gewöhnlicher Jude
von Charles Lewinski
mit: Andreas Schmidt
Regie: Bastiane Franke

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