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HAMLET IST TOT.KEINE SCHWERKRAFT

Die Dani und der Mani kommen nach Hause. Die Oma hat Geburtstag und außerdem ist grad der Hannes gestorben, ein Freund von früher. Und so feiert man Geburtstag und geht dann noch auf ein Begräbnis. Und auf dem Friedhof treffen Dani und Mani zufällig die Bine und den Oli. Und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Der Himmel ist leer. Muttermord, der tote Hannes und Neuanfang scheinen Synonyme und im Elternhaus brechen die Wunden der Vergangenheit wieder auf und bluten in die Gegenwart.

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer


© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer


© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

Ewald Palmetshofer seziert Beziehungen und ihre sprachlichen Manifestationen und zeichnet das Porträt einer zutiefst pervertierten Gesellschaft. Metaphysisch obdachlos und steckengeblieben in den unerfüllten Hoffnungen von früher, zerfleischen sich Mani und Dani, Oli und Bine, Kurt und Caro, bis dann wirklich eine Schnur am Treppenabsatz gespannt wird…

Es sterben ja dauernd Leute. Zigtausende. In Afrika zum Beispiel.
Es gibt keine Politik jenseits der eigenen Befindlichkeit.
Mit eindringlicher Komik verflicht Ewald Palmetshofer Sprache und Rhythmus zu einer Bedrohlichkeit, die letztendlich nur eine Frage offen lässt: Resignieren oder Agieren?

HAMLET IST TOT.KEINE SCHWERKRAFT befasst sich mit dem menschlichen Verkrampfen im Ungewollten, mit dem Stillstand in der Perspektivlosigkeit.

Die Köln-Düsseldorfer Theater- und Performancegruppe ANALOG inszenierte schon 2010 mit großem Erfolg ein Stück von Ewald Palmetshofer: WOHNEN.UNTER GLAS. Die Produktion gewann den “Preis der Jury“ bei den Heidelberger Theatertagen 2010 und wurde zum Festival west off 2010 nach Düsseldorf und Bonn eingeladen. Zur Spielzeiteröffnung 2012/2013 nimmt sich ANALOG nun erneut eines Stückes des sprachlichen Ausnahmetalents Ewald Palmetshofer an.

Die Premiere gab es am 5. September in der Studiobühne Köln.

HAMLET IST TOT.KEINE SCHWERKRAFT
eine Koproduktion mit ANALOG

mit: Dorothea Förtsch, Daniel Heck, Susanne Kubelka, Ingmar Skrinjar, Ina Tempel und Tomasso Tessitori
Regie: Daniel Schüssler
Bühne: Akki Müller
Kostüm: Miriam Dadel
Licht: Ennelin Reich
Assistenz: Louisa Diallo und Amelie Hafner

(Per Klick auf die in diesem Beitrag angezeigten Fotos gelangen Sie in einen Fotoblog zur Studiobühne und können per Klick auf die jeweilige Ansicht 30 Szenenfotos einsehen.)

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