weimer.suelz-koeln.de

Eumeniden

„Gerechte Richter sind wir“, schreien die Erinnyen, die Rachegöttinnen, bei der Verfolgung Orests.

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

Dieser hat seine Mutter Klytaimnestra ermordet, um einen anderen Mord zu rächen: den von Klytaimnestra an ihrem Gatten, seinem Vater Agamemnon, dem König von Argos, bei dessen Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg. Nun ist die Reihe an Orest, Blut mit Blut zu bezahlen. Er flüchtet nach Athen, wo die Göttin Pallas Athene ein Geschworenengericht aus Bürgern der Stadt einsetzt, das über seine Schuld entscheiden soll.

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

Orest wird freigesprochen. Doch wichtiger noch als der Richterspruch ist das Gericht selbst, denn es stellt eine zivilisatorische Leistung ohnegleichen dar: Die Blutrache wird durch Urteile der Vernunft, das gottgegebene durch ein bürgerliches Recht ersetzt. Die entmachteten Erinnyen verwandeln sich in Eumeniden, Schutzgöttinnen des neuen Rechtsstaats. Orest sieht sich von den Rachegöttinnen befreit, sein Gewissen ist von der vorgegebenen Moral erlöst. Doch wie geht er, ein moderner Bürger, mit dieser neuen Freiheit um?

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

Das Ensemble des DGT gräbt bei Aischylos nach den Fundamenten des modernen Bürgers, auf der Suche nach der Geschichte seiner Emanzipation.

Die Premiere gab es am 7. Oktober in der Studiobühne Köln.

Eumeniden
eine Koproduktion mit dem Deutsch-Griechischen Theater
mit: Cagatay Basar, Inga Eickmann, Thomas Franke, Tanja Gottschalk, Stefan Kleinert, Lisa Sophie Kusz, Elisabeth Pleß und Annika Weitershagen
Autor: Aischylos
Konzeption und Regie: Kostas Papakostopoulos
Bühnenbild und Kostüm: Marijke Brinkhof
Musik: Herbert Mitschke
Dramaturgie: Florian Meyer

(Per Klick auf die in diesem Beitrag angezeigten Fotos gelangen Sie in einen Fotoblog zur Studiobühne und können per Klick auf die jeweilige Ansicht 30 Szenenfotos einsehen.)

Kommentarfunktion ist deaktiviert