weimer.suelz-koeln.de

Den Himmel berühren

„Den Himmel berühren“ diesen Satz von Novalis zitiert Ernesto Cardenal in seinem Werk. Er steht über dem Programm der Konzertlesereise 2011, das vor allem seinem literarischen wie politischen Vermächtnis gewidmet ist. Dabei spürt Ernesto Cardenal der Frage „Was bleibt?“ nach – einer Frage die auf Englisch „What’s left?“ heißt und damit auch eine klare politische Dimension hat. Mit ausgewählten Texten versucht der alte Dichter und Revolutionär, uns seine Erfahrungen als Mensch, als Poet und als Vertreter der Zeitgeschichte nahezubringen.

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

„Die Liebe zur Schönheit der Natur und zu den Frauen hat mich zu Gott geführt, und die Liebe zu Gott zur Revolution“, heißt es an einer Stelle bei Ernesto Cardenal. Diese Formel beschreibt ein Werk, das Leser und Zuhörer in aller Welt seit Jahrzehnten anrührt, begeistert und verändert hat. Ernesto Cardenal wurde zum Symbol für eine Sicht des Lebens, der Natur und des Glaubens, die die Eingrenzung durch Ideologien, theologische Lehrsätze oder Dogmen nicht akzeptiert.

Die Wirkungsgeschichte dieses Autors ist in der Leidenschaft seiner Visionen ebenso begründet wie in seiner Suche nach historischen Wurzeln unseres Daseins und in seinem konkreten Engagement für politische Veränderungen. Seine klare und poetische Sprache, seine starken Bilder, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beschwören, haben ihm weltweites Ansehen eingebracht. In Südamerika kennt ihn bis heute fast jedes Kind.

Grupo Sal ist seit fast 30 Jahren im deutschsprachigen Europa die „Stimme Lateinamerikas“. Gemeinsam mit prominenten Schauspielern, Schrift- stellern, Journalisten und Theologen entwickelt Grupo Sal musikalische Collagen zu brisanten Themen.

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

Voller Spielfreude verwebt Grupo Sal den kulturellen Reichtum der Armen, die ihre Musik als Medium betrachten Ohnmacht und Verzweiflung zu überwinden, mit eigenen Kompositionen und jazzigen Arrangements weit über das bekannte Repertoire lateinamerikanischer Komponisten und Liedermacher hinaus. Inspiriert von den indianischen, afrikanischen und europäischen Wurzeln bis hin zu den neuesten Entwicklungen multikultureller Szenen der pulsierenden Metropolen präsentiert Grupo Sal virtuos und leidenschaftlich eine eigenständige Interpretation lateinamerikanischer Musik.

Mit Ernesto Cardenal verbindet Grupo Sal eine jahrzehntelange Freundschaft und eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit. Engagiertes Zeugnis und lebendige Klangbilder begeistern das Publikum.

Am 14. März gastierten Ernesto Cardenal und Grupo Sal in einer Veranstaltung des Forum Klettenberg in Kooperation mit der Buchhandlung Olitzky in der Johanneskirche.

(Per Klick auf eins der in diesem Beitrag gezeigten Fotos gelangen Sie in einen Fotoblog zu den sonstigen Spielstätten und können per Klick auf die jeweilige Ansicht 33 Szenenfotos vom Gastspiel in der Johanneskirche einsehen.)

Kommentarfunktion ist deaktiviert