weimer.suelz-koeln.de

Tunguska. Molchanje.

Tunguska. Molchanje.

Für ihr aktuelles Projekt hat es die umtriebigen Münsteraner bis in die Taiga verschlagen. Eine Woche lang waren sie mit einer Gruppe sibirischer Trapper unterwegs, um der größten Explosion der Menschheitsgeschichte auf die theatralen Schliche zu kommen – dem mysteriösen „Tunguska Event“, das im Sommer 1908 die 1.100-fache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe freisetzte und sämtliche Bäume im Umkreis von 30 Kilometern wie Mikadostäbchen zu Boden warf. Der Grund für die Detonation ist bis heute unbekannt.

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

101 Jahre nach dem geheimnisvollen „Big Bang“ entwickelt das Ensemble „Freuynde + Gaesdte“ auf den Spuren von Forschern und Träumern einen Theaterabend, der die sehr persönlichen Reiseerlebnisse des Ensembles mit historischen Berichten und spekulativen Sequenzen zu einem eigenwilligen Ganzen verwebt. Die Inszenierung verzichtet dabei auf schlichte Erklärungen. Buchstäblich. Denn geredet wird im neuen F+G-Stück kaum. (molchanje = Schweigen, russ.) Stattdessen macht sich eine Gruppe skurriler Gestalten auf die stille Suche nach einem Mysterium, das ihre eigene Existenz übersteigt und zur Chiffre wird für eine diffuse Sehnsucht. Nach Erkenntnis, nach Begegnung, nach Sinn. Nach Wasauchimmer.

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

Aus Szenen, Filmen und den für F+G typischen mehrstimmigen Gesängen entsteht eine fast wortlose Inszenierung, die weniger um die Frage kreist, was damals wirklich passiert ist, als vielmehr nach den Motiven und Sehnsüchten forscht, die Menschen an einen der ungemütlichsten Orte der Welt pilgern lassen …

Die Premiere fand am 7. Oktober 2009 in der Studiobühne Köln statt.

Tunguska. Molchanje.
eine Koproduktion mit Freuynde + Gaesdte (Münster)
Uraufführung der Kölner Fassung!
Regie: Zeha Schröder
mit: Frank Dukowski, Rima Herab, Marcell Kaiser und Anke Winterhoff

(Per Klick auf die in diesem Beitrag angezeigten Fotos gelangen Sie in einen Fotoblog zur Studiobühne und können per Klick auf die jeweilige Ansicht 13 Szenenfotos der Inszenierung einsehen.)

Kommentarfunktion ist deaktiviert