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L’incoronazione di Poppea

Einem ehrgeizigen Partygirl gelingt der Einstieg in die höchsten Kreise einer Weltmacht…

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

Die sexuelle Hörigkeit des römischen Kaisers NERO zahlt sich für die Kurtisane POPPEA aus: Am Ende von Claudio Monteverdis Oper wird sie zur Kaiserin gekrönt. Der traditionsbewusste Politiker und Philosoph Seneca lässt wegen seines Widerstandes gegen diese Entwicklung sein Leben, POPPEAS Ex-Liebhaber OTTONE wird verbannt. Auch der bisherigen Kaiserin OTTAVIA bleibt nichts anderes übrig, als der jungen Aufsteigerin resigniert das Feld zu überlassen. Claudio Monteverdis 1642 in der Republik Venedig uraufgeführte Oper verbindet Politik und Erotik mit Verbrechen – und das auf eine Weise, wie man es allenfalls aus modernen Psycho-Polit-Thrillern kennt. Das alles ändert jedoch nichts daran, dass der 74-jährige Komponist für die leidenschaftliche Liebe des skrupellosen Kaisers zu seiner berechnenden Bettgespielin eine Musik entwickelte, die hinsichtlich der Ernsthaftigkeit der Gefühle keinen Zweifel zulässt. Die Parabel über einen ungeheuren gesellschaftlichen Aufstieg in Zeiten der Dekadenz und des »Anything-goes« wird von der Oper Köln in den leerstehenden, eindrucksvollen Gebäuden des Gerling-Quartiers gezeigt.

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer

Die so nüchterne wie elegante Raumarchitektur, die in ästhetischer Hinsicht die Philosophie des »rheinischen Kapitalismus« spiegelt, bietet dieser Oper, in der es um weitreichende Verwerfungen innerhalb eines sich selbst auflösenden totalitären Macht-Systems geht, eine wirkungsvolle Kulisse.

Die Premiere von Monteverdis Oper „L’incoronazione di Poppea“ in einer Inszenierung der Oper Köln gab es am 16. Oktober im Gerling Quartier.

L’incoronazione di Poppea
Opera musicale, Text von Giovanni Francesco Busenello, Musik von Claudio Monteverdi, in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
mit: Sandrine Piau, Franco Fagioli, David DQ Lee, Romina Boscolo, Wolf Matthias Friedrich, Claudia Rohrbach, Andrea Andonian, Daniel Lager, Sévag Serge Tachdjian
Ji-Hyun An, Adriana Bastidas Gamboa, Maike Raschke, John Heuzenroeder, Gustavo Quaresma Ramos, Martina Sigl, Dirk Mand dem Gürzenich-Orchester und Gästen
Musikalische Leitung: Konrad Junghänel
Inszenierung: Dietrich W. Hilsdorf
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Renate Schmitzer
Dramaturgie: Nora Verena Hülsen
Licht: Nicol Hungsberg

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