Ausgangspunkt dieser Performance ist Pina Bausch (1940 – 2009). Zwischen den 1970ern und 1990ern stellten ihre Produktionen die konventionellen Grenzen zwischen Tanz, Theater und Oper in Frage und veränderten für immer die Möglichkeiten künstlerischer Ausdruckskraft. Pina Bausch machte uns mit einer speziellen Tierwelt bekannt, blutlüstern und gnadenlos, in der Opfer noch um Gnade winselten, lange nachdem ihre letzte Zigarette erloschen war.
Pina Bauschs Wald ist magisch und gruselig.
© Verein Kölner Kulturbildarchiv (VKKBA) / Foto: Wolfgang Weimer
Wir kennen ihre Arbeit, obwohl wir diese hier in Kroatien nie gesehen haben.
Wir verstehen, warum in Pina Bauschs Arbeiten Krokodile und Performer nebeneinander liegen, warum es da ausgestopfte Rehe gibt, Flusspferde, Wale und Eisbären. Solch ein Wald, ihr Wald genau so wie der unsrige, ist immer double jeu.
Ein Kanarienvogel kann den Phönix darstellen und Nelken und Laub sind aus Plastik – doch es ist immer noch Wildnis in diesem Wald. Und das Andere, ein Gefühl von Nicht-hierher-Gehören. Wir vergessen, wo wir herkommen und wo wir hinwollen, wenn wir den Wald betreten. Der Wald führt uns in sich selbst hinein, hin zu seinem immer unklareren Selbst.
Pina Bausch hat als Autorin keine Hinweise und keine Antworten geliefert. Sie wollte uns keine “Geschichte” erzählen und schon gar keine Biografie mit Anfang und Ende.
In ihren Arbeiten mussten Fragmente kein logisches Ganzes bilden.
Die Wahrheit ist unlogisch. Und sie ist magisch, auf ihre Weise. Wie die Zähne eines verwandten Tieres an unserer Kehle. Wer ist dein Wolf? Trägt er silberne Handschuhe oder hat er Krallen? Möchtest Du ihn heute Abend vielleicht treffen?
Sei unser Gast. Der Wald ist eröffnet.
“This is (not) my forest ” gab es am 15. Juni im Rahmen der theaterszene europa 2011 in der Studiobühne Köln.
This is (not) my forest
eine Produktion von KIK MELONE (Zagreb)
mit: Silvia Marchig and Darko Japelj
Autoren: Silvia Marchig, Darko Japelj, Nataša Govedić
Dramaturgie: Nataša Govedić
Musikauswahl: Nenad Hrgetić
Licht: Bojan Gagić
Kostüm: Oliver Jularić
Produktion: KIK MELONE und Croatian Institute for Movement and Dance
(Per Klick auf die in diesem Beitrag angezeigten Fotos gelangen Sie in einen Fotoblog zur Studiobühne und können per Klick auf die jeweilige Ansicht 34 Szenenfotos einsehen.)